Diese 9 Tipps von Rocco helfen dir Begegnungen mit Hunden souverän zu meistern

Hund Rocco

Ich (Rocco) mach mir langsam Sorgen um Frauchen und meine Hundekumpel.
Denn immer wieder höre ich, „nehmen sie den scheiß Köter weg“, oder „das wird ein Nachspiel haben“ und viele andere „Nettigkeiten“. Was denkst du ist passiert? Frauchen geht mit mir Gassi und hat keine Ahnung wie ich ticke – und die Passanten, die ich gerne beschnüffle, natürlich auch nicht – das führt zu Missverständnissen und Toleranzproblemen.

Was Roccochen nicht lernt…

Früher, als ich ganz klein war, lief ich sorglos mit Frauchen zu allen Leuten hin und wie haben die reagiert? „Ah, ist der aber süß“. Was habe ich gelernt? Alle sind super freundlich und Gefahr kannte ich nicht. Ich konnte glücklich schwanzwedelnd die Welt entdecken. Ich bin nicht mal annähernd auf die Idee gekommen, ich könnte jemanden stören – und Frauchen wohl auch nicht.

Die Zeiten sind leider vorbei. Wenn ich heute mit Frauchen Gassi gehe lächeln die Leute nicht mehr. Jeder schaut böse, wenn ich auf ihn zu renne und letztens hat mich sogar einer in die Seite getreten, weil ich sein Kind so interessant fand – fies oder? Tat sehr weh, dabei wollte ich doch gar nichts Böses.

Und Tage später, es war schon leicht dunkel, kam unerwartet, wie aus dem nichts einer in schwarzer Montur bedrohlich auf uns zugeschossen, ich bin so erschrocken, dass ich den glatt von seinem Fahrrad runterholte. Mei war der aber hinterher böse– und Frauchen auch. Aber ich wollte sie doch nur beschützen?!?

Wie Hunde wirklich ticken:

Die meisten Menschen verstehen mich nicht. Nicht einmal Frauchen.

Weißt du warum Hunde und Menschen so gut miteinander können?

Wir haben beide ähnliche Grundbedürfnisse. Dazu zählen Fressen, ich lieeebe fressen, trinken und aufs Klo gehen.

Ein weiteres gemeinsames Grundbedürfnis ist Sicherheit. Deshalb leben Hunde in Rudeln und ihr in Familien. Nur suchen wir im Unterschied dort nicht Zuneigung, wie ihr, sondern vor allem Schutz. Ein weiteres, wichtiges gemeinsamen Bedürfnis ist soziale Beziehung.

Die Befriedigung unserer Bedürfnisse der Sicherheit und sozialen Beziehungen ist für uns Hunde sogar wichtiger als Fressen. Wir können uns dann auch komplett zurücknehmen. Du erkennst solche Hunde daran, dass sie sehr ruhig und ausgeglichen sind. Deswegen gehorchen wir, denn die Führung haben nun meine Halter.

Bei meinem Frauchen und mir, bin ich für die Sicherheit zuständig – denn sie wirkt immer so schwach. Ich sag´s dir das ist ein Knochenjob, den ich gar nicht gerne mache… Wenn Frauchen den mal übernehmen könnte, boah wäre das toll!

In manchen Bundesländern gibt es einen Führerschein für uns Hunde. Dort wird man offiziell erst zum Hundebesitzer, wenn man bewiesen hat, dass man auch unsere Grundbedürfnisse decken kann. Finde ich richtig klasse.

Ich habe bemerkt, dass manche Menschen die mir so “Nettigkeiten” an den Kopf werfen ganz unangenehm riechen. Frauchen hat mir erklärt, dass der Körper der Menschen Kortisol und Adrenalin ausschüttet, wenn sie Stress haben.

Pfui das stinkt, und macht mich ganz aggressiv. Für uns riecht das nach Gefahr.
Dann muss ich immer bellen und knurren. Mit Erfolg! Die gehen dann nämlich viel schneller weiter.

Manche Menschen hassen uns Hunde und legen Giftköder aus. Einige von meinen Kumpel sind schon dran gestorben. Boah…wie gemein. Da sträuben sich gleich meine Haare auf dem Rücken und ich muss knurren.
Mein Frauchen ist deswegen sehr ängstlich und besorgt um mich. Seitdem muss ich einen Maulkorb tragen. Damit kann ich nicht mehr so gut schnüffeln und kriege die Botschaften meiner Kumpel nur ganz verzerrt mit.
Leila beispielweise hat mir in den Sand gepinkelt: “Leila war hier und das Stück Erde gehört nun mir.” Und ich habe mit dem Blechgitter nur lesen können: “Leila war hier das Stück Erde gehört dir!“
Du kannst sicher vorstellen was das für Missverständnisse es da zwischen uns gab? Das war wie in … ihr Menschen nennt es stille Post… das kann böööössse enden.

Tipps von Rocco für Hundebegegnungen

Was hältst du von ein paar hilfreichen Tipps aus meiner Sicht, dann ist Angst bei Begegnungen mit uns Schnee von gestern?

Roccos Tipp 1

Beuge dich bitte niemals über einen Vierbeiner. Manche von uns bekommen Angst. Wir knurren dann um Abstand zwischen dir und uns herzustellen.

Roccos Tipp 2

Streichle uns bitte nicht, ohne unseren Halter zu fragen. Wir erschrecken dabei immer fast zu Tode. Der ein oder andere hat schlechte Nerven und schnappt unter Umständen sogar zu. Dies ist ein instinktiver Schutzmechanismus. Wenn deine Jacke oder mehr deshalb kaputt geht, ist das Geschrei groß.

Roccos Tipp 3

Kommt ein fremder Hund auf dich zu, bleibe stehen und wende deinen Blick ab. Wir fühlen uns durch Blickkontakt immer angesprochen. Danach müssen wir dich begrüßen – ein Reflexverhalten aus früherer Zeit. Das gehört sich für uns Hunde so.

Roccos Tipp 4

Ihr Eiligen, wenn ihr uns seht, bitte langsamer werden oder noch besser anhalten. Arme locker hängen lassen und Blick abwenden, so wissen wir, dass ihr nicht spielen wollt. Was voll doof ist…. aber ok 😉
Liebe Radfahrer. Wir machen euch gerne Platz. Allerdings haben wir und unsere Halter hinten keine Augen. Wir Hunde haben auch nicht die Reaktionen einer Gazelle. Daher mein Tipp: Bitte klingelt kurz oder ruft rechtzeitig. Fahrt bitte langsamer und gebt uns Zeit euch aus dem Weg zu gehen. Wir freuen uns auch über ein Dankeschön und schenken dir dann gern ein Schwanzwedeln.

Roccos Tipp 5

Sollte mal einer meiner Kumpel dich anspringen, drehe ihm den Rücken zu. Damit sagst du ihm, dass du das nicht magst. Auch ein Knie heben ist erlaubt, aber bitte nur bei den Hunden die Ersteres nicht verstanden haben.

Roccos Tipp 6

Du möchtest nicht, dass wir dir zu nahe kommen?
Auf die Erde geworfenes Futter bremst uns erst mal ab. Sei dir aber bewusst, dass es sich für uns Hunde damit erst recht lohnt zu dir zu laufen.

Roccos Tipp 7

Ignoriere evtl. provokante Äußerungen unserer Halter, bleibe ruhig und bitte sie freundlich uns abzuholen. Manche Frauchen und Herrchen meiner Kumpel sind oft, ohne es zu wissen, mit uns überfordert.
Sie geben uns keine richtige Führung, da sie uns aus falschen Bedürfnisbefriedigungen heraus angeschafft haben. Ist leider so. Weißt du wo wir die eintauschen können?

Roccos Tipp 8

Häufig werden wir falsch verstanden. Darum hier ein paar Verhaltensmuster an denen du erkennst, dass wir freundlich sind und dir nichts Böses wollen:
unsere Bewegungen sind locker und entspannt
unser Gesicht ist entspannt, die Lefzen sind rund zulaufend
unsere Rute wedelt auf Halbmast
unser Blick ist weich und freundlich
unsere Ohren sind entspannt oder nach vorne neugierig gestellt

Situationen in denen wir Angst haben erkennst du daran:
unsere Rute ist eingeklemmt zwischen den Hinterläufen
unsere Ohren sind ganz eng am Kopf angelegt
unsere Augen sind riesig und die Pupillen ganz weit
wir verstecken uns hinter unseren Menschen, drücken uns eng an ihn oder werden ganz hektisch
wir zittern ganz arg (nein uns ist nicht kalt)
Einige Menschen meinen es gut, beugen sich über uns und strecken zu allem Überfluss auch noch Ihre Hand zur Begrüßung hin. Fatal! Bitte ignoriere ganz einfach verschüchterte Hunde, das hilft ihnen am meisten.

Wie weiter oben beschrieben gibt es leider Situationen, in denen wir in Stress geraten und unentspannt bis aggressiv werden. Das erkennst du an folgenden Punkten:
unsere Bewegungen sind steif, Gelenke sind durchgedrückt
unser Gesicht ist angespannt, Lefzen laufen spitz zu, evtl. hochgezogen, Zähne sichtbar
unsere Rute wird hochgetragen, evtl. ist die Spitze starr
unser Blick fixiert dich, ist ernst und starr
unsere Ohren sind steil nach vorne gestellt
unser Fell am Rücken ist gesträubt
Das sind meist ganz unangenehme Kumpel. Aber nur, weil sie keine Menschen haben, die ihnen Sicherheit und Geborgenheit geben. Am besten du schaust sie gar nicht an, bewegst dich nur langsam und atmest ganz normal weiter.

Roccos letzter Tipp 9

Ich habe auch schon Menschen getroffen die, wenn sie sich durch uns bedroht fühlen, Odolspray oder ähnliches uns um die Nase pusten.
Pfui das stinkt, brennt und tut weh. Mache das bitte nicht oder nur im allergrößten Notfall. Denk daran wir können uns nur so gut oder schlecht benehmen, wie es uns beigebracht wurde.

Ausblick

Mein Frauchen hat mir von einem Projekt erzählt, dass unser Hunde-Image verbessert und alle Hundehalter zu mehr Rücksicht und Akzeptanz untereinander aufruft – auch mit dir, obwohl du keinen Hund hast. Ich finde das voll gut. Und mein Frauchen macht auch mit.
Jawohl wir sind wohlerzogen – so heißt auch das Projekt.
Lange Rede – Kurzer Sinn.
Ich danke dir fürs Zuhören. Jetzt ist es mir schon viel leichter ums Herz. Wedel, wedel.
Ich hoffe ich konnte dir etwas über mich und meine Kumpel erklären. Ich würde mir sehr wünschen, dass wir ab jetzt uns wieder nett Hallo sagen und miteinander freundlich kommunizieren.
Ich steck dir auch meine Nase nicht in den Hintern – versprochen! Ich war nämlich mit Frauchen in einem Mantrailing Kurs und hab gelernt, diese schon von weitem zu erschnüffeln. Das ist voll der Hit und lecker Fressi gibt es auch.
Ach ja, wenn dir dieser Artikel gefallen hat freu ich mich riesig, wenn du ihn mit anderen teilst.

Bis bald. 😉
Dein Rocco